Unsere finanzielle Zukunft

Kurz vor Weihnachten 2025 haben wir erfahren, dass wir ab 1. Januar 2026 bei den Personalkosten und Betriebsmitteln auf 5% der Förderung verzichten müssen sowie ab 2027 auf 10% der Förderung. Inzwischen ist klar, dass ab 2028 bis zu weitere 20% Einsparungen zu erwarten sind.

Das Jugendamt der Stadt Stuttgart hat unsere Arbeit in den vergangenen Jahren sehr gut unterstützt. Auch aktuell arbeiten wir vertrauensvoll und konstruktiv zusammen. Unsere Arbeit wird vom Jugendamt wertgeschätzt. Wir sind dankbar, dass der sogenannte Bremsweg ausgehandelt werden konnte.

Unser oberstes Ziel

Die veränderte Finanzsituation darf nicht zulasten der Kinder und Jugendlichen gehen. Deshalb setzen wir alles daran, die notwendigen Einsparungen durch sozialverträgliche Lösungen aufzufangen und die Auswirkungen für unsere Besucherinnen und Besucher so gering wie möglich zu halten.

Folgende erste Maßnahmen setzen wir in diesem Jahr um, um die Finanzierungslücke zu schließen:

  • Schließung in der ersten Sommerferienwoche. In dieser Zeit findet auch keine Frühbetreuung statt, da wir auf Freizeit sind. Bisher hatten wir den Betrieb parallel aufrechterhalten.
  • Ab Herbst öffnen wir montags statt samstags. Dadurch können wir die Mittagsbetreuung an einem zusätzlichen Wochentag anbieten. Gleichzeitig entfallen die Samstagszuschläge beim Personal.

Gute Nachrichten für die Jugendfarmen und Aktivspielplätze in Stuttgart

Vor Kurzem haben wir eine tolle Nachricht erhalten: Ein anonymer Spender hat über unseren Sitz im Jugendhilfeausschuss Kontakt mit uns aufgenommen. Mit einer sehr großzügigen Spende in Höhe von knapp über 1 Mio. Euro sorgt er dafür, dass die 22 Stuttgarter Jugendfarmen und Aktivspielplätze ihren Betrieb in den Jahren 2026 und 2027 wie gewohnt aufrechterhalten können.

Der Spender übernimmt für diese beiden Jahre die Kürzungen der Stadt bei den Personalkosten sowie den Betriebsmitteln, er gleicht damit die entstandene Finanzierungslücke auf den Stuttgarter Jugendfarmen und Aktivspielplätze komplett aus.

Für die Einrichtungen bedeutet dies ein wertvolles Zeitgeschenk, um gemeinsam und mit der notwendigen Sorgfalt über ihre langfristige Zukunft nachzudenken. Wir sind außerordentlich dankbar, dass einer Einzelperson in Stuttgart das Wohl von Kindern und Jugendlichen so sehr am Herzen liegt. Diese Unterstützung ist zugleich eine große Wertschätzung für die Arbeit der offenen Kinder- und Jugendhilfe.

Derzeit beschäftigen wir uns mit der organisatorischen Abwicklung der Spende. Hier stehen wir in engem und vertrauensvollen Kontakt mit dem Jugendamt und der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. Die meisten Stellen auf den Plätzen sind aus organisatorischen Gründen bei der StJG verankert.

Gleichzeitig bleibt der Blick in die Zukunft mit Sorge verbunden

Ab 2028 stehen weitere Kürzungen in Höhe von geschätzt 20 % im Raum. Für die Einrichtungen würde dies eine erhebliche Finanzierungslücke bedeuten. Sollten diese Einsparungen nach dem Rasenmäherprinzip umgesetzt werden, wären viele Jugendfarmen und Aktivspielplätze in ihrer Existenz bedroht. Der Grund dafür ist einfach: Viele Einrichtungen verfügen lediglich über zwei bewilligte Personalstellen – das ist die Mindestvoraussetzung für einen sicheren Betrieb. Weitere Kürzungen in Höhe von 20% ab 2028 würden den Betrieb vieler Einrichtungen aufgrund fehlenden Personals unmöglich machen.

Die besondere Rolle der Jugendfarm Möhringen-Vaihingen e.V.

Als eine der ältesten Jugendfarmen in Stuttgart (gegründet 1972) und als einer der besucherstärksten Plätze (im Durchschnitt über 80 Kinder und Jugendliche pro Tag) sehen wir uns in Möhringen in einer besonderen Verantwortung. So stellen wir zum Beispiel für die Arbeit im Jugendhilfeausschuss eine Mitarbeiterin frei, dies kommt allen Stuttgarter Plätzen zugute. Auch kümmern wir uns aktuell um die organisatorische Abwicklung der Spende, dies ist v.a. für unseren ehrenamtlichen Vorstand mit einem hohen Zeitaufwand verbunden.

Heilpädagogisches Reiten – ein wichtiges Angebot

Die Pferdehaltung ist bei uns auf dem Platz, neben den Personalkosten, einer der größten Kostenfaktoren. An dieser Stelle können und wollen wir jedoch nicht sparen. Da unsere aktuellen Tiere langsam älter werden, kommen in naher Zukunft weitere Kosten auf uns zu. Unsere aktuellen Pferde dürfen bei uns ihren Lebensabend in Rente verbringen und wir benötigen neue Therapiepferde um diese wertvolle, präventive Arbeit weiterzuführen.

An den Vormittagen leisten wir in Möhringen eine ganz besondere Arbeit. Wir kooperieren, ohne finanzielle Gegenleistung, mit drei Schulen für Kinder mit körperlichen und/oder kognitiven Beeinträchtigungen. Dieses Angebot wird von einer Sonderschullehrerin durchgeführt. Wir unterstützen das Angebot aus eigenen Ressourcen mit weiterem Personal, unseren Tieren und unserer Infrastruktur.

Tiergestützte Pädagogik hat einen positiven Effekt auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Besonders Kinder mit herausforderndem Verhalten können dadurch ihre Fähigkeiten ausbauen. Seit Gründung der Jugendfarm ist diese Arbeit bei uns fest verankert und liegt uns sehr am Herzen. Die Kinder erfahren bei uns positive Ich-Kann-Erlebnisse und blühen auf. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, Ängste zu überwinden und gewinnen Selbstvertrauen. Ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten werden gefördert.

Für diese Arbeit ist es unabdingbar, dass wir gesunde und vom Charakter her passende Pferde im Stall haben.

Wie geht es weiter?

Das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung für Kinder ist kein Luxusgut. Es ist in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention verankert.

Wir werden für die wertvolle Arbeit und den Fortbestand der 22 Stuttgarter Jugendfarmen und Aktivspielplätze kämpfen. Dafür setzen sich der ehrenamtliche Vorstand und die Mitarbeitenden der Jugendfarm in Möhringen ein.

Für den Fortbestand der Plätze bitten wir um Unterstützung von allen Seiten!

Der Vorstand des Jugendfarmvereins Möhringen-Vaihingen e.V.
Marion Kalka, Peter Ruhrmann, Peter Lutz, Anja Bürner,
Tina Killinger, Steffi Moritz und Alexander Bergholz