An den Vormittagen kooperiert die Jugendfarm in Möhringen seit Gründung mit drei verschiedenen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten Lernen, geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung.
Die Jugendfarm stellt für diese pädagogisch wertvolle Arbeit unentgeltlich Ressourcen zur Verfügung: Neben den Tieren und der Infrastruktur auch Personal. Die Gründung der Jugendfarm geht u.a. auf die Idee zurück, Kindern mit Beeinträchtigungen das therapeutische Reiten niederschwellig zu ermöglichen (Jugendfarm Haldenwies Heft 1976).
Begleitet und angeleitet durch ihre Lehrkräfte nutzen die Kinder und Jugendlichen den Vormittag auf dem Gelände, im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten, auf ganz unterschiedliche Art und Weise.
Der Vormittag startet im gemeinsamen Kreis mit einem Begrüßungsspruch. Danach geht es in Gruppen ans Füttern und Versorgen der verschiedenen Jugendfarmtiere. Dabei können die Kinder und Jugendlichen durch den ritualisierten Ablauf und die wiederkehrenden Handlungen unter anderem Selbständigkeit entwickeln und das eigene Handeln sinnvoll erleben. Dies fördert den Aufbau von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Es wird gefüttert, sauber gemacht und geputzt. Dabei lernen sie Verantwortung zu übernehmen, Ängste zu überwinden und gewinnen Selbstvertrauen in sich und ihr Tun. Die Kinder erwerben ganz nebenbei motorische Kompetenzen, lernen Handlungsabläufe kennen und erfahren Selbstwirksamkeit.
Gerade die Arbeit mit Tieren ist besonders wertvoll. Sei es das Führen der Schafe, das Streicheln der Hasen, der Respekt vor den Gänsen, das Füttern der Ziegen oder das Striegeln der Pferde. Tiere reagieren auf das menschliche Verhalten authentisch und unmittelbar. Das Wirken einer bestimmten Handlung wird sofort sichtbar. Tiere kennen keine gesellschaftlichen Bewertungen, sie sind frei von Vorurteilen. Durch den Kontakt mit den Tieren werden u.a. die Impulskontrolle gefördert, das Selbstbewusstsein gestärkt sowie logische, unmittelbare Konsequenzen erfahren. Tiere motivieren und fördern die Bereitschaft Neues zu lernen.
Die Pflege von Tieren ist auch von besonderer Bedeutung für Kinder mit herausforderndem Verhalten. Gerade wenn das Durchhaltevermögen besonders schwer fällt, bleiben solche Kinder mit erstaunlicher Ausdauer bei einer ihnen zugewiesenen Aufgabe.
Während einige Schüler:innen im Wechsel zum therapeutischen Reiten gehen, entdecken die anderen Kinder die vielfältigen Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten auf dem Gelände der Jugendfarm: Sei es die lange Rutsche vom Heuboden hinunter, das Netz mit Kletter- und Balanciermöglichkeiten oder der dunkle Bunker. Wiederum andere chillen auf dem Heuboden oder schauen den Tieren zu. Im Sommer begleiten Jugendliche die Farm-Mitarbeitenden hin und wieder beim Gras holen – das ist ein ganz besonderes Erlebnis.
Das sagen unsere Kooperationsschulen über uns:
Margarete Steiff Schule
Bodelschwinghschule
Heilbrunnenschule
Die Stuttgarter Nachrichten haben im November 2023 über das heilpädagogisch Reiten auf der Jugendfarm berichtet. Den Artikel findet ihr hier zum Nachlesen.